Der Preisindex für den Neubau von Wohngebäuden (konventionelle Bauart, einschließlich Umsatzsteuer) liegt für das dritte Quartal 2026 bei 141,7 Punkten (Basis 2021 = 100, vorläufiger Wert). Gegenüber dem Vorquartal (140,3) ist das ein Plus von 1,0 %, gegenüber dem dritten Quartal 2025 (134,3) ein Plus von 5,5 %. Für die Sachwertermittlung heißt das: Die Normalherstellungskosten 2010 sind mit dem Faktor 2,00 auf den Stichtag umzurechnen – die Baukosten haben sich gegenüber dem Basisjahr der NHK 2010 verdoppelt.

Die Zahlen auf einen Blick

Wohngebäude Q3/2026: 141,7 (vorläufig) · Q2/2026: 140,3 · Q1/2026: 137,0 · Q4/2025: 135,0 · Q3/2025: 134,3. Bürogebäude Q3/2026: 144,2 · gewerbliche Betriebsgebäude Q3/2026: 143,0. Jahresdurchschnitt 2010 (Wohngebäude, 2021 = 100): 70,8. Anpassungsfaktor NHK 2010 für Stichtage ab August 2026: 141,7 ÷ 70,8 = 2,001.

Was der Index misst – und was nicht

Das Statistische Bundesamt erhebt die Baupreisindizes vierteljährlich für die Berichtsmonate Februar, Mai, August und November (Fachserie 17 Reihe 4, Code 61261). Erfasst werden die Preise für Bauleistungen am Bauwerk, gewichtet nach einem Warenkorb typischer Bauleistungen; Grundstück, Erschließung und Baunebenkosten sind nicht Bestandteil des Index. Für die Wertermittlung ist das unerheblich, weil die NHK 2010 ohnehin nur die Kostengruppen 300 und 400 der DIN 276 abbilden und die Baunebenkosten pauschal enthalten.

Der Index wird in der Regel zunächst als vorläufiger Wert veröffentlicht und mit dem Folgequartal bestätigt oder geringfügig revidiert. Der Wert 141,7 für das dritte Quartal 2026 ist aus der Veröffentlichung vom 9. Oktober 2026 abgeleitet und als vorläufig gekennzeichnet; er wird nach Freigabe der endgültigen Zeitreihe in GENESIS-Online aktualisiert. Für Gutachten mit Stichtag im Oktober 2026 ist er der aktuell verfügbare und damit nach § 36 Abs. 2 ImmoWertV maßgebliche Wert; ein Hinweis auf die Vorläufigkeit gehört ins Gutachten.

Die Entwicklung seit 2010

Year Wohngebäude, Ø bzw. Quartal Faktor zu Ø 2010 Veränderung zum Vorjahr
2010 (Ø) 70,8 1,000 –
2015 (Ø) 78,7 1,111 +1,5 %
2020 (Ø) 91,5 1,293 +1,6 %
2021 (Ø) 100,0 1,412 +9,2 %
2022 (Ø) 116,3 1,643 +16,3 %
2023 (Ø) 126,1 1,781 +8,4 %
2024 (Ø) 129,8 1,833 +2,9 %
2025 (Ø) 133,9 1,891 +3,2 %
Q3/2025 134,3 1,897 –
Q3/2026 (vorläufig) 141,7 2,001 +5,5 %

Die Jahresdurchschnitte sind aus den vier Quartalswerten gebildet; die Quartalswerte seit 2010 stehen mit Diagramm und Excel-Download auf der Seite Construction price index. Deutlich wird das Muster: Nach einem Jahrzehnt mit Steigerungen um zwei bis vier Prozent jährlich kam es 2021 bis 2023 zu einem Preissprung von zusammen rund 38 Prozent, dem 2024 und 2025 eine Beruhigung auf rund drei Prozent folgte. Die Entwicklung 2026 liegt mit rund fünf Prozent im Vorjahresvergleich wieder über dem langjährigen Mittel, aber weit unter den Ausschlägen von 2022.

Folgen für die Sachwertermittlung

Der Anpassungsfaktor von 2,00 bedeutet nicht, dass Sachwerte sich verdoppelt haben – er bedeutet, dass das Modell die Herstellungskosten auf heutigem Niveau abbildet. Die Marktanpassung erfolgt anschließend über den Sachwertfaktor des Gutachterausschusses (§ 39 ImmoWertV). Entscheidend ist deshalb die Modellkonformität nach § 10 ImmoWertV: Der Gutachterausschuss leitet seine Sachwertfaktoren mit einem bestimmten Index und Berichtsmonat ab, und derselbe Ansatz ist im Gutachten zu verwenden. Viele Grundstücksmarktberichte nennen den verwendeten Index ausdrücklich; wo das nicht der Fall ist, ist der zum Stichtag jüngste verfügbare Quartalswert die sachgerechte Wahl.

Drei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit:

  • Stichtage in der Vergangenheit. Für Erbschaft-, Schenkung- und Zugewinnausgleichsfälle liegt der Wertermittlungsstichtag oft Jahre zurück. Maßgeblich ist der Index zum Stichtag, nicht der aktuelle; gleichzeitig ist der Sachwertfaktor zu verwenden, der für diesen Stichtag abgeleitet wurde. Die Quartalstabelle liefert beide Werte.
  • Gebäudeart und Indexreihe. Für Büro- und Verwaltungsgebäude (144,2) und gewerbliche Betriebsgebäude (143,0) gelten eigene Reihen mit eigenem Jahresdurchschnitt 2010 (70,2 bzw. 70,0). Die Tabellen der Anlage 4 nennen je Gebäudeart die zutreffende Reihe.
  • Basiswechsel. Ältere Gutachten und manche Grundstücksmarktberichte rechnen noch mit der Basis 2015 = 100. Zähler und Nenner müssen auf derselben Basis stehen; der Faktor ist basisunabhängig, die absoluten Indexwerte sind es nicht.

Textbaustein

„Die Normalherstellungskosten 2010 wurden mit dem Preisindex für den Neubau von Wohngebäuden (Statistisches Bundesamt, konventionelle Bauart, einschließlich Umsatzsteuer, Basis 2021 = 100) auf den Wertermittlungsstichtag umgerechnet. Index Q3/2026 (vorläufig): 141,7; Jahresdurchschnitt 2010: 70,8; Anpassungsfaktor 2,001 (§ 36 Abs. 2 ImmoWertV).“

Ausblick

Der nächste Berichtsmonat ist der November 2026; die Veröffentlichung erfolgt üblicherweise Anfang Januar. Mit der Fortschreibung erscheinen zugleich die endgültigen Werte für das dritte Quartal. Die Indexseite wird mit jeder Veröffentlichung aktualisiert; das Datum der letzten Aktualisierung ist dort und in den Excel-Dateien vermerkt. Wie der Index in die Berechnung eingeht, zeigt der Beitrag NHK 2010 indexieren.

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